| Die
Vorstellung zu Fliegen gilt für viele Menschen als Manifestation
von Freiheit. Der Technik, in einem Flugzeug sitzend ausgeliefert, entkommt
man nicht; auch nicht den Gedanken an vorformulierten Hollywood-Absturzszenarien.
Dieses natürliche Wechselspiel von Unbehagen und Hochgefühl
wird durch festhalten des Moments in Form eines Videos wiederholt konsumierbar.
Lässt sich die Utopie von Freiheit auf diese Weise konservieren oder
wird sie durch die Abwesenheit dieser latenten Angst zur belanglosen Berieselung
(Spacenight)?
Das Video zeigt eine Montage von Aufnahmen, welche die Aussicht aus dem
Fenster eines Fugzeuges zeigen. Eine übliche Vorgehensweise für
Personen, die mit einer Kamera bewaffnet ihren Urlaub antreten, ist das
Filmen der vorbeiziehenden Wolken, und dennoch übt dieser Blickwinkel
immer wieder Abbildungszwang aus.
Der Grund für mich, diese Bewegung filmisch festzuhalten, war einerseits
die Untersuchung dieses Zwanges, aber auch, das Unbegreifliche dieser
Fortbewegung in Form einer Kamerabewegung umzusetzen. Wolken- und Flugzeugbewegung
vermischen sich.
Jedes Mal, wenn ich mit einem Flugzeug verreise, fehlt mir jegliches Vorstellungsvermögen
von Distanz - mir ist zwar bewusst, dass ich in einem Flugzeug sitze,
das mich innerhalb von 24 Stunden an nahezu alle Orte der Welt bringen
kann, aber das Gefühl für Raum, Distanz und Zeit kommt mir dabei
abhanden.
Bei der Schnittmontage entschied ich, mehrere Bewegungsrichtungen durch
Transparenz zu einem Bild zusammenzufügen. Diesem Entschluss gingen
Überlegungen zu den ökonomischen Absurditäten unterschiedlicher
Routenplanungen von verschiedenen Fluggesellschaften voraus. Durch das
Abwechseln von Farb- und SW-Einstellungen entstehen künstlich erzeugte
Gegensätze, welche meinen gemischten Gefühlszuständen während
des Fluges Ausdruck verleihen.
Many people
view the notion of flying as a manifestation of freedom. When sitting
in an aeroplane one can’t deny the dependence on technology. Hollywood
aeroplane-crashing scenes can’t escape ones thoughts. The moment
of interplay between unease and exaltation is repetitively consumable
in the form of a Video. Does the absence of the latent fear turn it into
a trivial affusion (Spacenight), or is the utopia of freedom thus conserved?
The video shows assembled recordings taken out of the window of an aeroplane.
Commonly people who travel on holiday armed with their camera tend to
film passing clouds. However this angle repeatedly seems to exercise a
compulsive imagery.
The reason that I decided to cinematically capture this movement was on
one hand the study of this compulsion, but also to translate the incomprehensiveness
of this locomotion into a camera movement. Clouds and the motion of the
aeroplane merge. Every time I sit in an aeroplane I lose my sense of distance-
although I am conscious that an aeroplane can take me to any given destination
on the planet within 24 hours, my feeling of time and space tends to get
lost.
Whilst editing and cutting the film I decided to merge various directions
of motion into one picture by using a transparent effect. My conclusion
brought me to considerations about economic absurdities concerning the
routing of different airline companies. Through alteration of the colour-
and BW-adjustments, I managed to create artificial opposites which reflected
my mixed feelings during a flight.
Video
herunterladen / Video download (1,9 MB) |